#76 Gerhard Christiner: Sind wir bereit für 100% Erneuerbare?
Shownotes
Österreich hat ein großes Ziel: bilanziell 100 % erneuerbare Energie bis 2030! Aber wo stehen wir jetzt und was muss in den nächsten 5 Jahren noch passieren? Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG, erklärt, warum Österreich zwar gut unterwegs ist, für 100 % Erneuerbare aber noch deutlich mehr Mut und Akzeptanz in Politik und Gesellschaft braucht.
Unsere Themen: • Netze & Speicher als unterschätzte Gamechanger • warum ein Blackout in Österreich sehr unwahrscheinlich ist • wie unser Alltag 2030 und 2040 aussehen wird
Eine kompakte, ehrliche und klare Einordnung der Frage: Sind wir wirklich bereit für 100 % Erneuerbare?
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Anna Kratki: Anna Kratki Strom ist für uns selbstverständlich. Wir schalten mehrmals täglich das Licht ein und aus, laden unser Handy am Abend auf oder schalten eben auch die Kaffeemaschine ein - und denken eigentlich kaum darüber nach, was da dahintersteckt. Der Umstieg auf erneuerbare Energien stellt gerade dieses System auf den Kopf. Ja, zu Recht. Es soll unser Energiesystem klimafreundlich und uns unabhängig von fossilen Importen machen. Das ist die eine Seite der Medaille. Immer mehr Strom kommt aber jetzt aus Wind und Sonne. Viele Menschen steigen eben um und speisen mit eigenen PV-Anlagen ein. Und gleichzeitig steigt aber auch der Strombedarf. Wir wollen also auf der einen Seite grüne Energie – aber bitte ohne Windräder vor dem Fenster oder neue Leitungen durch die Landschaft. Doch die Energiewende, die funktioniert eben nur dann, wenn der Ausbau der Netze die andere Seite der Medaille bildet. Und genau darüber sprechen wir heute mit Gerhard Christiner von der Austrian Power Grid. Schön, dass Sie bei uns sind.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Schönen guten Tag. Ja, mein Name ist Gerhard Christiner. Ich bin technischer Vorstand der Austrian Power Grid AG. Und meine Passion ist, dieses System in Richtung 100 Prozent Erneuerbare zu entwickeln.
Anna Kratki: Anna Kratki Herr Christiner, auch wenn die APG eine zentrale Rolle im Energiesystem spielt, viele kennen Sie eigentlich gar nicht. Wollen Sie uns mal kurz erklären, was die APG eigentlich macht und warum sollte man das als Verbraucher*in kennen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Wenn Sie im Gesetz schauen, dann ist die APG der Regelzonenführer in Österreich und der Übertragungsnetzbetreiber. Das sind jetzt zwei schwierige Begriffe. Der Übertragungsnetzbetreiber ist fast gleichzusetzen – ein bissl in Analogie - zur Asfinag. Also wir betreiben das Hoch- und Höchstspannungsnetz in Österreich, wir managen Stromflüsse, wir planen dieses Netz, wir bauen entsprechende Leitungen und Umspannwerke und instandhalten das alles auch. Das ist mal die Grundvoraussetzung für die Funktionalität des Stromsystems. Und die Funktion des Regelzonenführers ist ganz, ganz wichtig. Da sind wir die Einzigen in ganz Österreich. Das heißt, wir stellen sicher, dass zu jeder Sekunde das, was in Österreich an Strom erzeugt und importiert wird, genau dem entspricht, was auch verbraucht und exportiert wird. Das heißt, wir halten diese Balance exakt ein. Dann haben wir auch eine Frequenz von 50 Hertz und die ist ganz, ganz wichtig, damit das Stromsystem und alle Geräte, die daran angeschlossen sind, funktionieren.
Anna Kratki: Anna Kratki Können Sie uns dazu vielleicht auch noch ein paar Zahlen geben und Fakten? Ich hab nämlich auf der Homepage ein bissl geschaut - das ist auch ganz interessant.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Wir betreiben ca. 7000 Kilometer Stromleitungen in Österreich, über 60 Umspannwerke. Das kann man wieder vergleichen, das sind wie die Autobahnauffahrten aufs Höchstspannungsnetz. Ja, und in Österreich, wir haben derzeit installierte Leistungen, zum Beispiel Photovoltaik: 9000 Megawatt installierte Photovoltaikleistungen, über 4000 Megawatt Wind. Zum Vergleich: Die Verbrauchsspitze in Österreich ist ca. 12.000 Megawatt. Wir haben schon sehr viele Erneuerbare. Wir haben 6000 Megawatt Wasserkraft, viele Pumpspeicherkraftwerke. Also wir sind schon sehr, sehr gut erneuerbar. Über 80 Prozent unseres Stroms in Österreich kommt aus erneuerbaren Quellen und wir arbeiten daran, dass das 100 Prozent werden bis 2030.
Anna Kratki: Anna Kratki Genau, das wäre meine zweite Frage gewesen: dass eben bis 2030 Österreich bilanziell 100 Prozent erneuerbaren Strom erzeugen möchte. Was heißt denn aber das jetzt praktisch für den Menschen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Dieses 100 Prozent erneuerbaren Strom bedeutet eigentlich im Grunde einmal, dass dieses Stromsystem fundamental umgebaut werden muss. Es ist nicht nur so, wie viele glauben, dass wir jetzt Wind und Photovoltaik ausbauen und die ans Netz anschließen und stattdessen dann Gaskraftwerke, Kohlekraftwerke abschalten. Weil genau dieser Wind und diese Photovoltaik ein völlig anderes Erzeugungsverhalten haben als die Gaskraftwerke oder fossilen Kraftwerke. Und damit einhergeht auch die Notwendigkeit, das System als Ganzes umzubauen, Netze viel stärker auszubauen. Wir brauchen viel mehr Speicherkapazitäten. Und wir brauchen einen Kunden, der bereit ist, sich an diesen Erzeugungsformen zu orientieren. Das heißt, es ist nicht mehr so, dass Sie nach Hause kommen und einfach sagen: „Ich stecke an“ oder „Ich schalte meinen Strom ein und es ist mir egal, woher er kommt“, sondern es wäre ganz, ganz wichtig, wenn Sie auch mitdenken und sagen: „Okay, wann ist der Strom vielleicht wirklich im Überschuss da und der Strom billig?“ Zum Mittag in Zukunft wahrscheinlich. Und was heißt das am Abend? Da ist er eher teurer. Das heißt, Sie müssen auch Ihr Verhalten ein bissl an das alles anpassen. Das würde uns helfen und macht dann auch den Strom für Sie günstiger.
Anna Kratki: Anna Kratki Wie kann dieses Umdenken stattfinden, Ihrer Meinung nach?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ich glaube, es braucht die richtigen Signale. Ich hab schon angesprochen: Derzeit ist es so, dass wir bereits sehen, dass z. B. der Strom in den Sommermonaten zu Mittag nichts mehr kostet, trotzdem die Stromanbieter noch immer einen Flat-Tarif an. Das ist aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß. Man müsste dem Kunden entgegenkommen und sagen: „Okay, zu Mittag haben wir Überschüsse. Bitte verhalte dich so, dass du vielleicht ein Elektroauto zu Mittag lädst, dass du vielleicht einen Boiler zu Mittag aufheizt, mit einer Wärmepumpe.“ Also dass diese Verhaltensmuster auch incentiviert werden und damit wir es im System leichter haben und der Kunde auch einen Vorteil genießt, weil er einfach billigeren Strom kriegt.
Anna Kratki: Anna Kratki Das heißt, es wäre jetzt schon mal der erste praktische Tipp, dass man eben zu Mittag den Strom benutzt.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Genau, also das ist jetzt schon an der Zeit. Wie gesagt: Wir haben über den ganzen Sommer hinweg – der Strompreis zu Mittag ist an sich wesentlich günstiger an den Börsen. Man hat das schon so. Es gibt auch schon sogenannte Floater-Tarife von verschiedenen Anbietern, wo man eben Stundenprodukte bekommt. Und da sieht man das dann auch sehr schön, dass gerade in der Mittagszeit der Strom sehr günstig ist. Am Abend wird er dann aber entsprechend teurer. Das heißt, man muss dann auch das Verbrauchsverhalten so ändern, dass ich zu Mittag mehr verbrauche, am Abend möglichst weniger. Ist nicht immer möglich, ist mir auch klar, speziell wenn man den ganzen Tag in der Arbeit ist. Aber im Grunde ist das der Weg, wo wir hinmüssen.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt sprechen Sie speziell vom Sommer. Wie sieht es im Winter aus? Sind da die Unterschiede größer?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Analysen zeigen, dass der Strom in Summe im Winter noch signifikant höher ist. Warum? Weil wir im Winter nicht diese Photovoltaik-Einstrahlung haben, also die Sonne ist nicht in dem Umfang da. Weniger Erzeugung aus Photovoltaik, weniger Erzeugung aus Laufwasserkraft, weil, wenn es kalt ist, die Flüsse weniger Wasser führen. Und was hinzukommt: Die Gaskraftwerke bestimmen dann den Preis. Und das ist generell unser Problem in Österreich als auch in Europa. Wir haben noch zu wenig Erneuerbare über den Tag. Und das heißt immer dann, wenn die Sonne und der Wind nicht ausreichend verfügbar sind, bestimmen Gaskraftwerke den Preis. Und das immer wieder vom Gas abhängig, wo immer es dann herkommt. Es ist jedenfalls viel teurer als Erneuerbare.
Anna Kratki: Anna Kratki Wie würde das aber dann 2030 ablaufen, wenn es da zu 100 Prozent erneuerbare Energie sein soll?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ja, man muss die Wahrheit sagen: Diese 100 Prozent erneuerbare Energie sind bilanziell gerechnet, das heißt bilanziell über ein Jahr. Das heißt nicht, dass wir in jeder Stunde, jeder Minute auch 100 Prozent erneuerbaren Strom haben. Das heißt, wir werden auch im Jahr 2030 Phasen haben, wo wir entweder Strom importieren müssen oder auch in Österreich aus vorhandenen Gaskraftwerken, speziell im Winter, noch Strom erzeugen werden müssen, weil eben kein erneuerbarer Strom verfügbar ist. Das heißt: bilanziell ja, aber nicht in jeder Minute und jeder Sekunde.
Anna Kratki: Anna Kratki Was aber auch schon ein enormer Fortschritt wäre.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner In jedem Fall. Das ist ein enormer Fortschritt. Und da braucht es dann eben auch viel stärker noch die Vernetzung in Europa. Umso besser wir vernetzt sind, umso mehr können wir Strom über die Grenzen auch austauschen. Und wir sehen das ja auch in diesen Tagen: Wenn in Deutschland sehr viel Wind und Photovoltaik ist, ist der Strom sehr günstig verfügbar. Bei uns kommt die Schlechtwetterfront meistens zwei Tage später, wenn sie aus dem Westen kommt. Das heißt, da können wir zuerst den erneuerbaren Strom aus Deutschland nach Österreich holen über die Leitungen, und zwei Tage später haben wir ihn dann selbst bei uns. Also das ist durchaus alles von Nutzen, wenn wir da entsprechende Infrastruktur haben.
Anna Kratki: Anna Kratki Ich finde das total spannend. Ich hatte das ehrlicherweise nicht am Schirm, dass Europa so im ständigen Austausch ist und das wirklich Tag für Tag Strom managt.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Strom wird in Europa eigentlich in Europa gehandelt. Idealerweise - das wäre ja das Ziel des europäischen Binnenmarktes: dass das Netz in Europa so stark ist, und das Netz reicht wirklich von Portugal bis an die baltischen Länder, von Norwegen bis in die Türkei. Das ist ein Netzverbund, und das ist die Plattform für den Stromhandel. Und wäre das Netz stark genug, würde es einen Strompreis in ganz Europa geben – und der entsteht aus der Merit-Order, also dieser Reihung von Kraftwerken, beginnend beim billigsten bis hin zum teuersten. Und das, was genau dann der Schnittpunkt ist, welches Kraftwerk man als letztes braucht, das bestimmt den Preis. Das ist diese berühmte Merit-Order, von der wir wieder alle sprechen. Leider ist es nur so, dass die Netze nicht entsprechend stark genug sind, dass man diesen Strom auch wirklich so austauschen kann. Und darum gibt es auch unterschiedliche Preise in Europa. Dort, wo es Überschussstrom gibt, ist es meistens günstiger. Dort, wo Defizite sind, kommen auch teurere Kraftwerke zum Einsatz und dort ist er höher.
Anna Kratki: Anna Kratki Sie haben mal in einem Interview gesagt, dass die Energiewende sichtbar sein wird. Jetzt gibt es aber ganz viele Stimmen, die sagen: Wir wollen nicht noch mehr Windräder, und das darf alles nicht passieren. Was würden Sie denn diesen Menschen sagen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ich habe einmal einen Spruch gehört, der da lautet: Damit alles so bleibt, wie es ist, muss sich alles verändern. Und wenn man sagt „damit alles so bleibt, wie es ist“, da impliziere ich, dass wir sichere Stromversorgung haben, dass es auch entsprechend leistbar ist. Also das, was wir in der Vergangenheit hatten – dass der Kunde sich eigentlich keine Sorgen machen muss, dass er Strom aus der Steckdose bekommt. Dafür muss sich alles jetzt ändern. Dafür braucht es wesentlich mehr Windanlagen, dafür braucht es wesentlich mehr Photovoltaik, damit wir eben aus dem russischen Gas aussteigen können oder kein Gas mehr verbrauchen, damit wir dekarbonisieren können. Dafür braucht es viel mehr Netze und dafür braucht es Speicherkapazitäten. Und das alles muss dann digital vernetzt sein und orchestriert werden. Und diese Veränderung, diese Veränderungsbereitschaft auch, die müssen die Kunden und auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger mittragen. Was wir heute erleben, ist so: Es gibt den Begriff NIMBY – Not in my backyard. Ja, wir brauchen schon Windräder, aber nicht bei mir. Ich will es nicht sehen. Oder bei uns ist es so, wenn wir eine Leitung bauen – ja, wir verstehen, dass es eine Leitung von A nach B geben muss, beispielsweise vom Osten Österreichs, von den Windparks zu den Pumpspeicherkraftwerken im Westen. Das verstehen schon die meisten mittlerweile, dass das sinnvoll ist. Aber: Die Leitung soll jedenfalls nicht bei ihnen vorbeiführen. Und mit dieser Einstellung werden wir es nicht schaffen. Das heißt, es braucht das Involvement der Bevölkerung, es braucht auch das Commitment und es braucht das Verständnis, dass sich die Dinge ändern müssen, damit wir eben den Vorteil der Vergangenheit auch in der Zukunft genießen können.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt haben Sie auch schon drei Begriffe gesagt, die eben auch ganz, ganz wesentlich sind. Nämlich Netze, Speicher und Digitalisierung – neben den Windrädern und PV-Anlagen.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Es ist eine Diskussion, die ja derzeit in Österreich stattfindet. Sollen beispielsweise PV-Produzenten, die jetzt eine eigene PV-Anlage am Dach haben und einspeisen, sollen die auch Netzentgelt zahlen oder nicht? Oder jetzt ist es so, dass eigentlich fast nur die Verbraucher, also der Kunde, der Strom bezieht, Netzentgelt zahlt. Also sollen die Einspeiser auch Netzentgelt zahlen? Faktum ist: Wir müssen das Netz derzeit primär ausbauen, weil wir eben viel mehr Wind und Photovoltaik installieren. Und dadurch kommt es eben zu diesen großen Investitionsvolumina. Und da ist es aus meiner Sicht auch fair, dass jene, die das Netz nutzen – egal ob sie jetzt einspeisen oder ob sie aus dem Netz Strom beziehen –, jeder, der das Netz nutzt, soll auch für die Nutzung etwas zahlen. Jetzt kann man dann treffend diskutieren, politisch, wer wie viel zahlen soll. Aber am Ende des Tages, glaube ich, wäre es durchaus fair, dass man hier entsprechend auch jeden – wie im Straßenverkehr: Wenn ich die Straße nutze, dann muss ich halt auch was zahlen dafür, egal ob ich rauffahre oder runterfahre. Es ist halt so.
Anna Kratki: Anna Kratki Genau. Da gibt’s auch den Vergleich mit der Netz-Asfinag. Gerhard Christiner Ja, genau. Aber vielleicht noch ein Beispiel, damit das ein bissl spürbar wird, weil viele das nicht verstehen: Was ist jetzt unterschiedlich, ob jetzt ein Gaskraftwerk eingespeist hat oder ein Windpark? Nehmen wir ein klassisches Gaskraftwerk. Das hat in Österreich 500 Megawatt, das ist die installierte Leistung. Und an der Leistung orientiert sich auch der Netzausbau. So ein Gaskraftwerk ist früher 6000 Stunden gelaufen. Das heißt, in Summe kommt dann raus: 500 MW mal die 6000 Stunden sind 3 Terawattstunden Energiestrom, den es produziert. Wenn ich das jetzt mit PV-Anlagen erzeugen möchte, dann brauche ich nicht 500 Megawatt, sondern ich brauche das Sechsfache an installierter PV-Leistung. Das heißt, ich brauche 3000 Megawatt Photovoltaik – weil die PV-Anlage nur 1000 Stunden läuft. Mehr Sonne haben wir nicht in Österreich. Das heißt: Und dann muss ich das Netz für diese 3000 MW ausbauen. Und das treibt die Kosten beim Netzausbau. Sprich: Die Ausnutzung des Netzes wird geringer, aber ich habe viel mehr Leistung. Und darum muss ich das Netz stärker ausbauen. Und das ist das Thema, von dem wir jetzt reden. Und dafür braucht es eben auch Lösungen, und dafür braucht es halt auch entsprechend mehr Zahler.
Anna Kratki: Anna Kratki Wenn man jetzt die Zeitungen liest, dann liest man eben oft auch Schlagzeilen wie „Zu viel Strom im Netz“ oder „Abschaltungen“. Wie funktioniert Versorgungssicherheit in so einer Situation?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Unsere Aufgabe ist es – das ist eben diese Funktion der Regelzonenführerschaft –, dass wir sicherstellen, und das ist im Strom ganz, ganz entscheidend: Strom ist ein Produkt, das immer just-in-time geliefert werden muss. Wir haben keine Möglichkeit, den Strom im Netz zu speichern. Das heißt: Das, was ins Netz eingespeichert wird, muss irgendwo am anderen Ende auch entnommen werden, sonst haben wir ein Problem im Netz. Und diese Balance zu halten, ist wirklich herausfordernd, weil es erfodert ein ungemeines Regulativ, eine digitale Vernetzung und dann einen Regelenergiemarkt und Kraftwerke, die in der Lage sind, sehr kurzfristig das auszuregeln. Das sind in Österreich primär die Pumpspeicherkraftwerke beziehungsweise Batteriespeicher. Das geht alles im Zwei-Sekunden-Takt. Alle zwei Sekunden wird das ausgeregelt und die Kraftwerke fahren nach, damit diese Balance, dieser Waagbalken immer in der Balance gehalten wird. Das ist unsere Kernaufgabe. Das war in der Vergangenheit leichter. Warum? Weil die Gaskraftwerke beispielsweise dem Verbrauch des Kunden gefolgt sind, dem nachgefahren sind. Ein Windrad und eine PV-Anlage machen das nicht. Die speisen so ein, wie der Wind da ist oder die Sonne scheint. Sie orientieren sich nicht an unserem Verbrauchsverhalten. Und da treffen jetzt zwei Welten zusammen, die einfach oft nicht zusammenpassen. Und dieses Dazwischen dann, dieses Ausregeln, ausreichend Netzkapazitäten zu haben, Speicherreserven zu haben – das alles zu managen, das ist unsere Aufgabe. Und das macht es schon durchaus herausfordernd in diesen Tagen.
Anna Kratki: Anna Kratki Es hört sich auf jeden Fall sehr, sehr stressig an.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ja, es braucht gute Planung. Es ist herausfordernd, es ist spannend, es ist interessant. Man muss das natürlich wollen. Aber es ist auch hin und wieder stressig – nämlich dann, wenn gewisse Fehlprognosen da sind. Also wir prognostizieren natürlich Wind, Photovoltaik, alles 24 Stunden im Vorhinein und laufend weiter verbessern wir diese Prognosen. Aber Sie können sich vorstellen: Wenn man eine Schlechtwetterfront im Sommer, eine Gewitterfront für 12 Uhr prognostiziert hat und sie kommt erst um 13 Uhr – und auf einmal kommen dann tausende Megawatt mehr Strom, als man gedacht hat –, dann wird es wirklich stressig. Also das sind die unangenehmen Seiten.
Anna Kratki: Anna Kratki Wie oft kommt es zu solchen Situationen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Naja, es kommt – wie gesagt – immer wieder dann, wenn Wetterprognosen instabil sind. Also es gibt ja Wetterlagen, die sind sehr konstant, sehr stabil. So Schönwetterlagen, wo man weiß: Da ist in den nächsten Tagen nur Sonne, kein Wind. Das ist das Angenehmste für uns, sage ich einmal – nicht für die Windräder. Dann gibt es Wetterlagen, die halt sehr indifferent sind, wo man dann schon in der Prognose sich etwas schwerer tut. Und dann gibt es halt genau diese Extremereignisse, wo dann unerwartete Stürme, kleinräumige Gewitterzellen sich aufbauen und dann vielleicht doch Erzeugungssituationen da sind, die man überhaupt nicht kalkuliert hat. Und diesen Strom müssen wir dann auch kurzfristig verarbeiten. Egal wie – aber der muss irgendwo hinfließen. Und das sind die Herausforderungen.
Anna Kratki: Anna Kratki Sie waren schon einmal bei uns zu Gast, 2021, und das habe ich mir natürlich angehört, das Interview. Und das war ganz spannend, weil da haben Sie erzählt, dass es eben 2021 einen Vorfall gab, wo es eben fast zu einem Blackout gekommen ist. 2025 ist es wirklich zu einem Blackout gekommen – nämlich in Spanien und in Portugal. Vielleicht können Sie uns da nochmal kurz aufklären, was da genau passiert ist.
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Was wir wissen, ist: Es gibt nicht die eine Ursache oder das eine Fehlverhalten, das dazu geführt hat, dass es einen Blackout gab. Das war in der Vergangenheit sehr oft so. Was wir heute wissen, ist: Man hat in Spanien auch diese Umstellung, diese Transformation in Richtung Neubau sehr extensiv betrieben, also sehr viel Wind und Photovoltaik ausgebaut. Und man hat aber das technische Regulativ, das eigentlich für Kraftwerke in der Vergangenheit – für Großkraftwerke – gegolten hat, sehr stark abgeschwächt, um auch den Erneuerbaren vielleicht entgegenzukommen. Man hat einfach denen nicht mehr die Aufgaben zugeordnet von Spannungsregelung, Blindleistungsmanagement – das sind also technische Details, die aber ganz wichtig sind, damit so ein System auch sicher funktioniert. Und in dieser schnellen Transformation sind auf einmal wesentlich mehr Erneuerbare, gerade zu Mittag, am Netz gewesen als eigentlich konventionelle Kraftwerke, die diese Aufgaben, diese Stabilisierungsaufgaben und alles, was dazugehört, wahrgenommen haben. Und am Ende des Tages war es ein Systemversagen insofern, dass die Regulative nicht mehr gegriffen haben, dass Effekte aufgetreten sind, die man dann nicht mehr einfangen konnte, weil halt einfach die Kraftwerke, die am Netz waren, das gar nicht mehr dämpfen konnten. Und am Ende des Tages war es ein Überspannungskollaps. Das heißt: Die Spannung ist immer weiter angestiegen, und es hat keine Maßnahmen, keine technischen Mittel mehr gegeben, um die Spannung nach unten zu bekommen. Und dann, ab einem gewissen Spannungsniveau, schalten sich Geräte und Kraftwerke von sich aus als Schutz ab – und dann ist das Ganze kollabiert. Also ein sehr interessanter Vorfall, zum ersten Mal, dass ein Blackout in dieser Form stattgefunden hat.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt fragen sich natürlich auch ganz viele Menschen: Ist das in Österreich möglich? Und Sie haben vorhin auch schon gesagt: Naja, es ist eben dann immer sehr herausfordernd, wenn es eine Extremwettersituation gibt. Die haben wir jetzt auch sehr oft in Österreich. Daher die Frage: Ist das möglich? Wie wahrscheinlich ist das?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Also ich sage einmal: Ein Blackout in Österreich – ich sehe es als sehr, sehr unwahrscheinlich. Warum? Erstens einmal haben wir sehr, sehr gutes Personal, schulen dieses Personal, damit sie eben auch mit solchen Extremsituationen umgehen können. Zweitens haben wir auch entsprechendes Equipment und Gerätschaften und Forecast-Tools und alles, was dazugehört – und genau auch diese Regelungsmechanismen, die uns helfen, hier auch mit Extremsituationen umzugehen. Beispielsweise: Wir haben in Österreich schon das Glück, dass wir noch sehr viele konventionelle Kraftwerke haben, wie an der Donau, an den größeren Flüssen, die auch stabilisierend wirken in so einer Situation. Also Wind und Photovoltaik haben da andere Effekte. Und in Summe glaube ich – also von meiner Seite her –, ich sehe ein Blackout in Österreich sehr, sehr unwahrscheinlich. Möchte aber trotzdem dazu sagen: Es ist ein hochtechnisches System, und jedes technische System kann auch einmal einen Fehler haben und kann zu Boden gehen. Aber – so gesehen –, das Restrisiko ist sehr, sehr gering.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt haben wir viel darüber gesprochen, was Sie eben mit Ihrem Unternehmen dazu beisteuern können. Wechseln wir vielleicht jetzt einmal die Sichtweise. Was müssen denn Stromkund*innen aktiver machen oder was könnten sie denn aktiver machen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Also ich glaube, in Zukunft mit einem 100 Prozent erneuerbaren Energiesystem braucht es einen Stromkunden, der wirklich auch ein Involvement zeigt in dieses Energiesystem. Natürlich wird es auch den Kunden geben, der sagt: „Ich möchte weiter meinen Strom aus der Steckdose, egal was ist.“ Der wird aber in Summe mehr zahlen am Schluss. Wie gesagt: Es wird das Erfordernis geben. Wir wissen heute schon: hunderte, tausende Haushalte haben PV-Anlagen am Dach. Die sind schon einmal ein aktiver Player in diesem Energiesystem in Wirklichkeit. Und wenn dann auch die Strompreise sehr stark variieren über den Tag, glaube ich, braucht es einen Kunden, der entweder von sich aus hier interessiert ist, auch zu partizipieren und seine Kosten selbst nach unten zu bringen – oder er braucht ein sehr gut digital vernetztes System zu Hause, das das für ihn managt. Aber am Ende des Tages, glaube ich – und das wird am Ende des Tages das Smart Device sein –, das wird ein Handy sein, wo man draufschauen wird und sagen wird: „Okay, vielleicht das schalte ich ab, das schalte ich ein“ und so weiter. Wir werden viel stärker digital vernetzt sein. Wir werden aktiver Teil dieses Energiesystems werden.
Anna Kratki: Anna Kratki Und wenn man auf die Geräte schaut – macht es da Sinn, dass man die laufen lässt, wenn die Sonne scheint? Oder ist das automatisiert im Hintergrund?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Also ich würde sagen: Wenn ich mich nehme – ich habe eine PV-Anlage zu Hause –, ich überliefere zum Mittag beispielsweise. Ich würde trotzdem kein Gerät eingeschalten lassen, das ich nicht brauche jetzt. Aber am Ende des Tages versuche ich schon, das, was ich irgendwie verlagern kann, ohne dass es jetzt meine Convenience irgendwie massiv beeinflusst, in diese Zeiten zu legen, wo meine PV-Anlage produziert und ich nicht den Strom aus dem Netz beziehen muss, weil es billiger ist.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt haben wir schon gemeinsam ins Jahr 2030 geschaut. Lassen Sie uns vielleicht noch weiter blicken ins Jahr 2040. Wie wird sich denn da die Energiewende im Alltag der Menschen bemerkbar machen? Und wo liegen denn die größten Chancen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Also die Chancen, glaube ich, für uns alle liegen insofern, als wir ja alle aus den fossilen Technologien aussteigen wollen. Das heißt, das ist auch ein Muss, damit wir auf dem Planeten wahrscheinlich gut weiterleben können. Das heißt: Das ist die größte Chance, die wir alle haben – wenn wir diesen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare schaffen. Das kommt uns allen zugute und unseren Kindern und Kindeskindern. Ich glaube auch, dass es mindestens so sicher sein muss wie heute. Also wir dürfen keine Abstriche machen. Weil das ist entscheidend auch für einen Wirtschaftsstandard und den Industriestandort. Und da glaube ich, dass wir in Summe – die neuen Industrien werden dann Datacenters und diese Einheiten sein. Und die brauchen auch sichere Stromversorgung. Das heißt, wir müssen den Sicherheitsstandard weiterhin hochhalten. Das ist ganz, ganz wichtig, glaube ich. Wir brauchen wesentlich mehr erneuerbaren Strom, als wir derzeit haben. Das heißt: Wir müssen die Bereitschaft haben in der Bevölkerung, diese Anlagen auch bauen zu dürfen. Wir brauchen mehr Stromleitungen auch. Das kann man ganz offen sagen. Auch das wird es brauchen. Und das Ganze muss sehr gut gesteuert werden. Da braucht es eine echt gute Governance, damit das alles so funktioniert. Ich glaube, das ist machbar. Es braucht noch wesentlich die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen dafür, die Regulative, damit auch die Player alle wissen, wie sich wer zu verhalten hat. Und wenn wir alle zusammenschauen, glaube ich, können wir auch 2040 auf ein Energiesystem blicken – und das auch aktiv leben –, das uns allen diese Convenience, die wir heute haben, bietet, aber halt zu 100 Prozent grünem Strom und möglichst günstig auch.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt haben Sie die Menschen angesprochen, dass die Bereitschaft da sein muss. Wie, glauben Sie, bekommt man das in die Köpfe der Bevölkerung rein?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Das ist etwas, was wir uns tagtäglich fragen, speziell dann, wenn wir irgendwo neue Leitungen bauen. Ich glaube, es ist schon besser geworden. Ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, dass es im gesamten medialen Umfeld eine positivere Berichterstattung über das ganze Thema Energie, Energieversorgung braucht. Weil es war lange Zeit so, wie ich gesagt habe: Dass der Strom aus der Steckdose kommt – und niemand hat sich Gedanken gemacht. Ich glaube, dass das ganze Thema jetzt mit der Energiekrise, mit dem Thema Ukraine–Russland, mit den hohen Energiepreisen schon eine Awareness erzeugt hat in der Bevölkerung. Und jetzt geht es eben darum, den Leuten schon zu erklären: Was heißt es, wenn wir aus fossiler Technologie aussteigen? Wir kaufen jedes Jahr fossile Energien mit 10 Milliarden Euro ein. Österreich kauft um 10 Milliarden Euro Gas, Öl und andere fossile Energieträger. Und dass wir in Richtung Erneuerbare gehen wollen. Und dass es auch die Akzeptanz braucht, dass es halt anstatt eines russischen Gases ein Windrad irgendwo in der Nähe gibt. Und dass man das auch akzeptiert, dass es dort steht – und dass man das nicht als unliebsam sieht, sondern eigentlich als nutzbringendes Instrument, das mir meinen erneuerbaren, grünen Strom in meinen Haushalt bringt. Und dieses Verständnis, dieses Commitment, glaube ich – das muss man den Leuten abbringen.
Anna Kratki: Anna Kratki Würde es da auch helfen, wenn es davor eben gewisse Gesetze gibt? Also dass man eben sagt, okay, diese Auflagen gibt es – und dann ändert sich das Verhalten? Oder soll eher das Commitment und die Bereitschaft von den Menschen ausgehen, damit dann eben Gesetze folgen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ich glaub, mit Gesetzen die Leute zu irgendetwas zu zwingen – das halte ich immer für sehr, sehr kritisch. Aber ich glaube, die Politik kann eines tun: Sie kann diesen positiven Spin auch erzeugen. Also einen positiven Spin in Richtung dieser Energiewende, dieser Transformation. Wir diskutieren bei uns – und wir sehen das ja immer – Widerstände gegen Windparks, Widerstände gegen Leitungen. Und die Politik hat sehr oft nicht den Mut zu sagen: „Aber das brauchen wir.“ Die sich hinstellen und sagen: „Es tut uns leid, wir brauchen diese Anlagen, damit wir diesen Weg – wir haben die Ziele vorgegeben: Bis 2030 100 Prozent erneuerbaren Strom, bis 2040 das gesamte Energiesystem erneuerbar zu machen.“ Wenn man das vorgibt als Ziel, dann muss man auch sagen, was dazugehört. Das heißt: Wir brauchen so und so viel Megawatt Wind, so und so viel Megawatt PV – das heißt, so und so viele Flächen, die wir auch nutzen müssen für diese Anlagen. Das muss man den Leuten offen schon von Beginn an sagen. Das heißt, das alles hat einen gewissen Preis – das ist so. Aber das ist der Preis dafür, dass wir aus den Fossilen loskommen. Und ich glaube, da sind viele Menschen bereit, wenn sie die ehrliche Wahrheit haben, dass sie dann mitgehen.
Anna Kratki: Anna Kratki Jetzt haben Sie es schon gesagt, es wird viel über dieses Thema diskutiert. Würden Sie sich auch manchmal wünschen, dass nicht nur diskutiert wird, sondern dass eben auch dann endlich mal was passiert?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ja, ich würde mir wünschen, beispielsweise, dass wir zwei dringendst notwendige Gesetze – wie das Elektrizitätswirtschaftsgesetz und das Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetz –, beides Gesetze, die seit langem verhandelt werden, das eine war gerade in Begutachtung, das andere ist gerade in Begutachtung gegangen, dass man hier auch politisch sich schnellstmöglich einigt.
Anna Kratki: Anna Kratki Wollen Sie uns die Gesetze kurz nochmal erklären?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ja. Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz ist so ein bisschen das Betriebssystem des Energiesystems. Das regelt: Wie ist der Netzzugang? Wie sollen die Dinge betrieben werden? Welche Anschlussbedingungen hat man? Also das regelt, wie sich die Player im System zu verhalten haben. Und das Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetz ist jenes Gesetz, das es möglich macht, dass Windparks, PV-Parks, aber auch Netze schneller genehmigt werden. Also dass die ganzen Verfahren effizienter werden, dass man nicht ewig lang in irgendwelchen Kreisen hängt und wieder Gutachten braucht und wieder – sondern dass die Entscheidungen schneller kommen. Das wäre jetzt sehr, sehr hilfreich. Und beide Gesetze wären eben beschlussfähig und brauchen eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Und das ist wieder die Herausforderung, ob das alles schaffbar ist. Und die bräuchte es – dann könnten wir schon einen großen Schritt weitermachen.
Anna Kratki: Anna Kratki Und den großen Schritt braucht es auch, oder?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Ja, den braucht es unbedingt.
Anna Kratki: Anna Kratki Für eine bessere Zukunft. Herr Christiner, vielen lieben Dank, dass Sie heute bei uns waren. Kurz vor Schluss haben wir jetzt noch den oekostrom AG Kurzschluss vorbereitet. Wir stellen allen unseren Gästen fünf kurze Fragen, und Sie beantworten einfach ganz spontan. Erste Frage: Kaffee oder Spaziergang?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Kaffee. Anna Kratki Weil? Gerhard Christiner Weil ich damit munter werde in der Früh.
Anna Kratki: Anna Kratki Leise denken oder laut diskutieren?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Eher leise denken. Weil ich es besser erachte, zuerst nachzudenken und erst dann zu sprechen.
Anna Kratki: Anna Kratki Optimieren oder loslassen?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Optimieren. Weil ich damit die Dinge selbst in der Hand habe und entscheiden kann, wohin ich mich entwickeln möchte.
Anna Kratki: Anna Kratki Chaos oder Ordnung?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Chaos. Das bin ich leider. Ich bin leider der – ich schaffe es ganz schwer, Ordnung zu halten, und ich lebe im Chaos und fühle mich aber im Chaos wohl. Und mein Chaos ist auch irgendwie für mich steuerbar.
Anna Kratki: Anna Kratki Und E-Mail oder Anruf?
Gerhard Christiner: Gerhard Christiner Anruf. Wenn es dringend ist, wenn es mir wichtig ist, dann rufe ich an.
Anna Kratki: Anna Kratki Es hat mir auf jeden Fall auch sehr viel Spaß gemacht, dass ich heute mit Ihnen sprechen durfte. Vielen lieben Dank, dass Sie bei uns waren. Und vielen lieben Dank natürlich auch an euch, dass ihr wieder mit dabei wart. Falls euch die Folge gefallen hat, dann leitet sie weiter und gebt uns einen Daumen nach oben. Und wir freuen uns natürlich, wenn ihr das nächste Mal auch wieder einschaltet. Tschüss, baba. Das war’s von eurem oekostrom AG Podcast „Geladen – hier kommt die Zukunft zu Wort.“
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