#82 Katrin Erben: Sind Windkraftanlagen wirklich ein Tourismuskiller?
Shownotes
Österreich gilt als Tourismusland, doch wie nachhaltig ist die Branche wirklich? Und: Wie groß ist die Angst vor Veränderung?
In Folge #82 von „Geladen – Hier kommt die Zukunft zu Wort“ spricht Host Laura Ertl mit Katrin Erben, Nachhaltigkeitsexpertin bei Österreich Werbung.
Es geht um große Fragen und ganz alltägliche Herausforderungen: Wie starten Betriebe in Richtung Nachhaltigkeit? Welche Zielkonflikte gibt es zwischen Komfort, Wirtschaftlichkeit und Klimazielen? Und schrecken Windräder Tourist:innen tatsächlich ab?
Katrin Erben gibt Einblicke in aktuelle Studien, Trends und Entwicklungen und erklärt, warum Nachhaltigkeit im Tourismus vor allem eines braucht: den Mut zum ersten Schritt.
In dieser Folge erfährst du:
- Warum Nachhaltigkeit im Tourismus oft am „Wo fange ich an?“ scheitert
- Welche Zielkonflikte Gästeverhalten und Klimaziele prägen
- Warum erneuerbare Energie kein Tourismus-Killer ist
- Woran wir erkennen, ob Nachhaltigkeit wirklich angekommen ist
„Nachhaltigkeit ist kein Zustand – sondern ein Prozess.“
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00:00:03: Willkommen bei Geladen!
00:00:05: Hier kommt die Zukunft zu Wort.
00:00:07: Österreich ist ein geborenes Tourismusland, mit Bergen, Seen und Städten, die Menschen aus aller Welt anziehen – auch Nachhaltigkeit ist hier eigentlich nichts Neues.
00:00:17: In vielen Regionen gehört sie seit jeher zum Alltag im Umgang mit Natur, Ressourcen und Lebensraum.
00:00:24: In den letzten Jahrzehnten wurde Nachhaltigkeit aber immer stärker reguliert.
00:00:29: Sie ist kein Nice-to-have mehr, sondern wird von außen zunehmend eingefordert – von Gästen, von Märkten und politischen Rahmenbedingungen!
00:00:38: Und damit verändert sich auch der Blick auf den Tourismus.
00:00:41: Betriebe und Regionen stehen immer stärkern in der Verantwortung nachhaltiger zu Wirtschaften.
00:00:47: Während für viele längst klar ist dass kein Weg an dieser Entwicklung vorbeiführt gibt es auch eine andere Perspektive, die Sorge dass genau diese Veränderungen dem Tourismus schaden könnten.
00:01:00: Wo steht der Tourismus in Österreich heute wirklich wenn es um Nachhaltigkeit geht?
00:01:04: Genau über diese Frage sprechen wir heute mit unserer Gästin Katrin Erben nachhaltigkeitsexpertin bei Österreich Werbung.
00:01:12: Ja, hallo!
00:01:13: Mein Name ist Katrin Erben.
00:01:14: Ich darf bei der Österreich-Werbung also bei Österreichs Nationale Tourismesorganisation das Thema Nachhaltigkeit strategisch verankern – was bedeutet es für das Angebot?
00:01:23: Was bedeutet es aber auch in einer Nachfrage?
00:01:25: All diese Fragen sind eigentlich so das, was ich tag für Tag tue.
00:01:28: Tourismus wird in Österreich oft als selbstverständlich wahrgenommen, als Teil der Identität und irgendwie auch sichere Einnahmequelle für das Land.
00:01:36: Ist diese Haltung aus deiner Sicht eher eine Stärke oder ein Risiko, wenn es um notwendige Veränderungen geht?
00:01:43: Puh!
00:01:43: Es ist eigentlich tatsächlich eine unglaublich schwierige Frage, um zu starten.
00:01:46: Weil ich glaube, dass das natürlich auch eine ganz große Stärke ist.
00:01:50: Ja, Tourismus ist dann wirklich wichtiger Wirtschaftsfaktor.
00:01:54: Wir haben eine Wertschöpfung und wir haben einfach Beschäftigung.
00:01:57: Das heißt, es macht's natürlich auch zu einem gewissen Grad Identitätsstiftend Aber... alles was Identitätsstiftend ist, wird halt oft das selbstverständlich wahrgenommen.
00:02:07: Das heißt wir nehmen es halt als gegeben hin dass der Tourismus funktioniert, dass er uns etwas bringt.
00:02:13: hinterfragen sie aber nicht weiter und alles was wir nicht weit dahinter fragen oder wo wir nicht dran bleiben das wird dann auch gleich mal zu einem Risiko gerade wenn's um Zukunftsperspektiven geht.
00:02:22: also kurzum sowohl als auch aber jedes Risiko ist halt auch eine Chance.
00:02:28: schön beantwortet
00:02:30: sehr diplomatisch
00:02:32: Wo liegen aus deiner Sicht aktuell die größten praktischen Herausforderungen für Betriebe und Destinationen, wenn es um eine nachhaltige Entwicklung geht?
00:02:41: Ich glaube die größte Herausforderung ist für viele einfach dass sie gar nicht wissen wo sie anfangen sollen.
00:02:45: Es gibt halt diese Vorreiter, Pionierinnen wirklich vorzeige Beispiele betrieben den man sich orientieren denkt dann oft so das schaffe ich eh nie.
00:02:55: Und dann ist so dieser große Bergnachhaltigkeit vereinen und man traut sich eigentlich oft nicht den ersten Schritt zu machen, und dass es sicherlich gerade eine der größten Herausforderungen dazu kommen sowie doch schon zu Beginn gesagt hast, Regulierungen – das System wird immer komplexer.
00:03:10: Gleichzeitig haben wir aber einfach auch eine fachgreifende Situation die jetzt nicht unbedingt zur Personalressourcen führt, die ohnehin beliebig für noch zusätzliche und weitere Themen eingesetzt werden können.
00:03:23: Technologie getan in Hand.
00:03:24: Das heißt, muss ich mich entscheiden ob ich jetzt auf Nachhaltigkeitshets oder KI.
00:03:30: was kann ich eigentlich machen?
00:03:32: Was ist wirklich zukunftsfähig?
00:03:34: Gehe ich den richtigen Weg?
00:03:36: also ich glaube es sind ganz viele Fragezeichen im Raum und Fragezeiche machen Angst Und oft ist es einfach nur die Angst davor, diesen ersten Schritt bewusst zu gehen.
00:03:47: Obwohl man ihn ja eigentlich schon ganz, ganz vielen Zeiten setzt und ich bin überhaupt kein Fan von der Aussage Nachhaltigkeit ist in unserer aller DNA weil vor allgemeinerung und gar nicht so zutreffend.
00:04:00: aber ganz viel was wir immer schon gemacht haben Ist bereits ein Teil von Nachhaltlichkeit und gerade wenn wir von regionaler Wertschöpfung Von Zusammenarbeit zum Beispiel von Tourismus und Landwirtschaft setzen Urlaub im Bauernhof, ein ganz großes Thema auch in Österreich.
00:04:14: Das ist ja schon Nachhaltigkeit!
00:04:16: Ich muss das Rad nicht neu erfinden sondern einfach mal schauen worum bin ich schon gut?
00:04:20: Was kann ich weiter ausbauen und was sind die großen Herausforderungen, denen mich nach und nach annehmen weil von heute auf morgen geht niemand nachhaltig.
00:04:30: ob man jemals wirklich nachhaltiger wage ich auch zu bezweifeln, aber es geht halt einfach um dieses Nachhaltiger zu werden.
00:04:37: Und da sind Tourismus das was seit Jahren passiert und stetig passiert.
00:04:41: Aber es ist trotzdem noch für viele eine Herausforderung weil einfach wo fange ich eigentlich an?
00:04:46: Wir kommen gleich zur einer kritischen Frage die ich dir unbedingt stellen wollte.
00:04:52: Werden aus deiner Erfahrung sichtbare erneuerbare Energieanlagen wie Windkraft oder große PV-Flächen tatsächlich von Gästen als störend wagenommen?
00:05:03: Ich gebe eine kurze Antwort, sondern führe ich sie aus.
00:05:05: Die kurze antwort ist nein.
00:05:08: Es ist jetzt nicht so dass das ein Befragungsthema ist eben wir stetig hinterher sind.
00:05:14: Wir wissen dass es in Deutschland von der deutschen Reiseanalyse eine Umfrage gab.
00:05:18: die war aber schon zwanzig vierzehn.
00:05:20: da ging's grundsätzlich darum was wird denn im Urlaub wahrgenommen?
00:05:24: Genauso wie landwirtschaftliche Monokultur war aber auch die Frage nach Windrädern, nach Strommasten und so weiter.
00:05:31: Und zwanzig vierzehn, wie gesagt, zwölf Jahre her war schon noch ein.
00:05:35: hey es wird negativ wahrgenommen.
00:05:37: Es stirbt doch so ein bisschen meine Urlaubsidülle.
00:05:42: In diesen zwölf Jahren hat sich natürlich viel verändert und es ist jetzt keine flächendeckende Ergebnisstudie, aber weil es einfach relativ aktuell ist.
00:05:50: Dieses Jahr im Februar hat die Regionszahlverhälten Leogang im Salzburg-Land gemeinsam mit Protect Our Winters eine Gondelbefragung durchgeführt wo so ganz viele Fragen von Nachhaltigkeit auch in Wintertourismus ging und es wurden also sowohl einheimische als auch Gäste befragt.
00:06:05: Und eine Frage war da tatsächlich auch, hey Windkraftanlagen.
00:06:09: CCD positiv?
00:06:10: CCD negativ oder ist es euch einfach auch egal?
00:06:14: und ein Drittel aller Antworten waren wir sind positiv knappe neun Prozent waren sogar wir sind sehr positiv.
00:06:21: Die Hälfte der Befragten sagen, es ist mir einfach egal.
00:06:24: Es ist halt Teil des Landschaftsbildes genauso wie so plötzlich klingt Autobahnen, Telefonmasten
00:06:30: etc.,
00:06:30: Teil des Landeschaftsbildes sind.
00:06:32: Ganz ganz wenige sagen nur dass sie wirklich stört und lustigerweise auch weil du einfach bewusst diese Frage auf Gäste hingestellt hast.
00:06:39: er stört die Einheimischen mehr als die Gästen.
00:06:41: also nein Es ist nichts, wo der Gast sagt na wenn dort die Zwindräder stehen da komme ich nicht hin und ich glaube wir wissen alle dass Windräder ohnehin nicht an jedem Eck aufgestellt werden können.
00:06:52: Da gibt es schon auch Überlegungen dahinter und das ist der Gast nicht will ist kein Argument dass das existiert.
00:06:59: Gut dann haben wir diese Frage jetzt mal geklärt
00:07:01: und ich habe mich mit einem neuen Thema auseinander gesetzt weil ganz ehrlich
00:07:05: das ist auch
00:07:05: keine Frage die ich mir täglich stelle.
00:07:08: aber spannend!
00:07:09: Ja
00:07:09: in der Branche Man hört es dann oft auch irgendwie so als Argument, wenn man das jetzt zu ausbauen und das steht dann überall.
00:07:16: Das verscheucht ja die TouristInnen.
00:07:18: Dann kommt niemand mehr nach Österreich weil dieses klassisch schöne Landschaftsbild geht dann verloren.
00:07:24: Die meisten Argumente sind haltlos aber das ist halt eines davon.
00:07:28: Und ich hab beim Österreich-Vermarkter bei einer österreichischen Brand in der Werbung schon gesehen dass wir im Hintergrund in den Hügeln die Windräder schon stehen sieht, obwohl es eigentlich eine traditionelle Marke ist.
00:07:44: Das habe ich auch sehr spannend gefunden.
00:07:46: Ja aber auch gerade gewisse Landschaften wenn man in Österreich durchfährt, da gehört das ja auch zum Landschaftsbild.
00:07:50: und also ich finde es auch tatsächlich einfach bis zu einem gewissen Grad Identitätstiften, weil fahr mal durch südliche Niederösterreich oder ins Burgenland, da ist das Teil des Ganzen.
00:08:01: und also Ich persönlich sehe da lieber Windkrafträder als die alten Ölpumpen, die früher mal darstanden
00:08:09: Sehe ich wie du.
00:08:11: Ist erneuerbare Energie generell im Tourismus aus deiner Sicht?
00:08:15: Also das ist kein Problem, bis man jetzt eh aber siehst du es vielleicht auch als Symbol für Veränderung?
00:08:21: auf jeden Fall weil es zeigt uns halt einfach dass Wandel passiert und zwar ganz gleich ob wir's jetzt wollen oder nicht Viele sind doch dahinter, hier einfach alte Dinge umzurüsten.
00:08:32: Es sind natürlich auch Investitionsfragen und du kannst dich von heute auf morgen dein komplettes Energiesystem verändern.
00:08:39: Ich denke aber schon dass gerade wenn wir uns jetzt nicht so den Tourismus an sich sondern das Umfeld anschauen die Krisen die passieren grade geopolitische Situationen auch Resilienz ist unumgänglich.
00:08:53: und Resilience heißt halt auch Abhängigkeiten zu minimieren.
00:08:57: Und gerade erneuerbare Energien sind da halt einfach auch ein ganz, ganz wichtiger Hebeln.
00:09:02: Ich glaube damit ist es definitiv ein Zeichen für den Wandel, der passiert die Transformation, die vonstatten geht und die passiert ob wir wollen oder nicht das ist halt unsere Frage ob wir aktiv Das mit als wettbewerbsvolle Positionieren möchten um jetzt auch wirklich auf dieser monetäre Ebene runter zu gehen Oder ob wir sagen schauen mal was passiert.
00:09:23: und dann Jammann und ich glaube jammann hat uns noch nie weiterbracht
00:09:27: Guter Punkt.
00:09:29: Kommen wir zu einer einfachen Frage, wie nachhaltig ist der Tourismus in Österreich heute insgesamt betrachtet?
00:09:37: Erst heute nachhaltiger als gestern und morgen hoffentlich nachhaltiges heute.
00:09:41: Kann Tourismus jemals zur Gänze nachhaltigt sein?
00:09:43: Nein!
00:09:44: Weil er natürlich immer mit einem Fußabdruck in Kombination ist.
00:09:48: ja... Wir haben einen Mobilitätsverhalten und Mobilität hinterlässt, einen CO²-Fußabdruck.
00:09:53: Insofern sind das natürlich immer gegebenheiten.
00:09:56: wir können die negativen Auswirkungen minimieren Ergebnisse einfach bestmöglich ausbauen.
00:10:05: Und ich glaube, das passiert und wir sehen zum Glück dass es seit vielen Jahren auch Jahrzehnten Vorreiter-Vorreiterinnen gibt die da schon einen guten Weg gegangen sind.
00:10:14: Wir haben jetzt auch so ein paar jahren zertifizierte Destinationen mit dem österreichischen Umweltzeichen in Österreich Einerseits diese Vorreiter in den Rollen einnehmen, aber auch andererseits ganz stark mit anderen Destinationen in Austausch gehen.
00:10:28: Was waren ihre Learnings?
00:10:29: Wo haben sie welche Hebel setzen können wenn es um Klimawandel an Passung geht?
00:10:34: Aber wenn's auch um soziale Themen geht wie Barrierefreiheit etc... Und ich glaube da tut sich ganz viel und das tut sich hoffentlich morgen nochmal mehr als heute.
00:10:45: Wo würdest du die Bereiche sehen auf der einen Seite in denen wir gut aufgestellt sind und auf der anderen Seite, wo man vielleicht auch nicht so gern darüber spricht.
00:10:56: Sagen wir mal mit dem Schöneren an!
00:10:58: Also ich glaube, wo wir einfach gut aufgestellt sind ist halt die soziale Komponente bis zu einem gewissen Grad das klein strukturierte Familiengeführte... Man nimmt Menschen mit, denkt auch an regionale Wertschöpfung.
00:11:12: Das heißt viele Produkte die im Tourismus auch verwertet werden kommen aus der Region.
00:11:18: man hat einfach diese Sicherheit.
00:11:20: da geht es jetzt nicht nur um ausländische Investitionen das Geld des Tourismus bleibt gar nicht vor Ort, sondern das sicherlich die Themen in denen wir schon sehr gut unterwegs sind.
00:11:30: Nationalparks, andere Schutzgebiete, es heißt Unescopiosphärenparks Naturparke – da tut sich ganz viel und ich glaube das sind sicher auch die Themen auf die wir auch gut setzen können.
00:11:42: Herausforderungen sind halt immer dort wo es auch Zielkonflikte gibt.
00:11:47: Und wenn wir uns halt anschauen….
00:11:49: Ich möchte eine möglichst unberührte Natur und der Anführungszeichen jetzt auch mal wirklich bewusstgestellt, weil wir einfach in einem Kulturraum leben.
00:12:00: Aber auch Infrastrukturausbau.
00:12:02: ich möchte mehr Nächtegungen aber trotzdem meinen Lebensraum so ohne möglichst viele Eingriffe haben.
00:12:13: Ich möchte Eine relativ breite Marktselektierung oder Markzegmentierung haben, um auch resilienter aufgestellt zu sein.
00:12:22: Aber hat natürlich die große Herausforderung zwischen Klimazielen und Bearbeitungen von fernen Märkten – das sind Zielkonflikte!
00:12:29: Und die sind halt auch schwer zu diskutieren weil es da oft sehr emotional gefestigte Meinungen geht und ich glaube dann wird's einfach schwierig.
00:12:40: Das beantwortet eigentlich meine nächste Frage, nämlich wo treffen Erwartungen der Gäste wirtschaftlicher Druck und langfristige Nachhaltigkeitsziele derzeit besonders stark aufeinander?
00:12:49: Aus der einen Sicht sicher vielleicht um jetzt den Gast nochmal stärker reinzubringen.
00:12:54: Ja man möchte klimafreundlich anreisen aber es soll trotzdem so schnell, so günstig wie möglich gehen.
00:13:00: Wir sind immer noch ein Land das auch von den erdgebundenen Nahmerkten größtenteils mit dem Auto angefahren wird.
00:13:08: Wir sehen zwar wohl, dass die Zugreisen steigen.
00:13:10: Aber was ist das Hauptargument immer noch dagegen?
00:13:13: Es ist nicht die Dauer und es ist nicht der Preis.
00:13:15: Es ist tatsächlich die Bequemlichkeit beim Gepäcktransport.
00:13:18: Also wir möchten... Alles so gut wie möglich haben, aber nicht auf Komfort verzichten.
00:13:23: Wir möchten eigentlich Bioprodukte und regionale Wertschöpfung.
00:13:27: Aber es soll trotzdem nicht teuer sein!
00:13:29: Und das sind halt auch diese unterschiedlichen Erwartungshaltungen die gerade weil du jetzt auch auf Wirtschaftlichkeit eingezahlt hast oft halt nicht funktionieren.
00:13:36: und da bewusst doch bei Gästen dieses was versprechen wir ihnen auch?
00:13:40: Was können wir halten?
00:13:42: Wo gibt's aber auch diese Kostenlinie bis zu einem gewissen Grad wo man sagen kann Es macht auch keinen Sinn, dass Nachhaltigkeit automatisch mit teuer oder außerhalb der Komfortzone assoziiert wird.
00:13:54: Aber es muss halt trotzdem ein anderes Verständnis dafür sein, als das früher war.
00:13:58: Als es früher war.
00:13:59: wenn man sich die Nachhaltigkeitsgeschichte Österreichs, wenn es die in diesem Sinne gibt ansieht weißt du wie das gestartet hat?
00:14:08: Also dieses ernsthafte Auseinandersetzen mit dem Thema war das mehr intrinsisch durch externe Faktoren, wie zum Beispiel Gästewünsche oder so motiviert.
00:14:21: Also ich würde sagen die Basis war auf jeden Fall intrinsisch wo einfach viele gesagt haben hey das muss doch auch anders gehen.
00:14:27: probieren wir es mal aus.
00:14:28: wenn's ein Angebot gibt gibts eine Nachfrage und so war das im ersten Moment um sage ich mal bis zu einem gewissen Grad ein Wechselspiel und es wurde dann mit dem damaligen Plan T, den Masterplan für Tourismus vom was jetzt das WM-Wett ist auch so ein bisschen geframeworkt, würde ich jetzt mal sagen.
00:14:47: Das heißt plötzlich hatten wir einen Ziel einer der nachhaltigsten Destinationen zu werden, hatten konkrete Aktionsfälle darin und da war es dann schon so.
00:14:55: dieses okay wo kann ich denn wie ansetzen?
00:14:58: Und wenn du halt dieses Regelwerk rundherum hast, dieses Regulatorium, dann steigt das Angebot weiter mehr Möglichkeiten, die Gäste werden bewusst darauf aufmerksam und das ist dann einfach so ein Wechselspiel.
00:15:11: Aber ich würde schon sagen dass die Ausgangssituation definitiv intrinsisch motiviert war.
00:15:17: Schön zu hören!
00:15:19: Was kann denn jetzt Österreich Werbung konkreter zu beitragen diese nachhaltige Entwicklung im Tourismus zu unterstützen?
00:15:27: Ich meine, unsere Hauptaufgabe als Österreich-Werbung ist natürlich auch die Kommunikation an dem potenziellen internationalen Gast.
00:15:34: Das heißt es liegt aber schon noch an uns was holen wir denn vor den Vorhang?
00:15:39: Was sind die Themen und was sind die Good Practices, die wir in unserer Kommunikations zeigen?
00:15:44: mit welcher Bildsprache arbeiten wir?
00:15:47: Das heißt, wenn es um Mobilitätsverhalten Anreise geht.
00:15:51: Was ist das Erste was du auf einer Website wahrnehmst?
00:15:54: Und hier auch nicht nur selbst voranzugehen sondern noch andere zu motivieren und zu zeigen hey dass wären Möglichkeiten.
00:16:01: wo können wir hier ansetzen?
00:16:03: Diese Kommunikation ist sicherlich das eine, wo wir einen großen Beitrag leisten können und das andere ist natürlich auch der Wissenstransfer an die Branche.
00:16:12: Bisschen zu dieses nutzend stiftende Element unseres Auftrags auch zu schauen.
00:16:16: was sind denn gerade auch die größten Pain Points?
00:16:18: Die Destinationen Bundesländer Betriebe haben?
00:16:22: Und wo können wir hier vielleicht auch gemeinsam helfen?
00:16:25: Gerade jetzt einfach großes Thema M-Korrichtlinie Nationale Gesetzes Umsetzung.
00:16:31: Ende September dreht das in Kraft.
00:16:33: Es wird eigentlich ein ganz neuer Parameter für Nachhaltigkeitskommunikation werden, wo können wir hier ansetzen?
00:16:39: Magst du hier vielleicht für unsere Zuhörerinnen erklären, was EMCO die EMCO-Richtlinie ist?
00:16:43: Ich probiere es so kurz wie möglich zusammen zu fassen.
00:16:45: Die EMCO is the Empowering Consumers for the Queen Transition.
00:16:49: Richtlinia ist eigentlich eine EU-Rrichtlinie, die bereits im Jahr zwanzig vierundzwanzig verabschiedet wurde hatte dann einfach mit März sechsundzwansich die Dateland zur Überführung in nationale Gesetzgebung und wird mit Ende September diesen Jahres rechtlich bindend.
00:17:04: das heißt ich kann natürlich weiterhin Nachhaltigkeit kommunizieren Aber ich muss es belegen, ich darf's nicht pauschalisieren.
00:17:11: Ich muss einfach eine viel stärkere Datenbasis haben um Konsumentinnen nicht in die Ehre zu
00:17:17: führen.".
00:17:17: Ist
00:17:17: das praktisch das Equivalent zur Green Claims Directive?
00:17:21: Genau!
00:17:21: Die Green Claimed Directives an sich kam zeitgleich wie die M-Co wurde dann aber auf Eis gelegt.
00:17:29: in die Überführung gestartet und betrifft auch nicht nur den Tourismus, betrifgt im Endeffekt jede Branche.
00:17:35: Jede Dienstleistung jedes Produkt ist tatsächlich einfach bis zum gewissen Grad ein Paradigmenwechsel.
00:17:41: Und da bringt es halt auch nichts, wenn wir die Branche alleine lassen, sondern schauen wir schon dass wir einfach bestmögliche Lösungen, skalierbare Möglichkeiten bieten um hier besser aufgestellt zu sein.
00:17:52: Hat sich das Bild davon wofür Urlaub in Österreich steht?
00:17:56: In den letzten Jahren spürbar verändert
00:17:59: Ja, teilweise gesteuert.
00:18:02: Teilweise auch sicherlich intrinsisch motiviert.
00:18:07: was wir natürlich stark sehen ist das gewisse Teilaspekte viel für stärker von den Vorhand geholt werden.
00:18:14: Das ist zum Beispiel das Thema Kulinarik.
00:18:16: wo kommen noch die einzelnen Produkte her?
00:18:18: hier Österreich auch stark als Kulinarik Destination zu positionieren, ist definitiv ein Wandel der auch in den letzten Jahren einfach spürbar und sichtbar wurde.
00:18:27: Gerade aus Österreich-Werbung reden wir immer von einem Lebensgefühl Österreich.
00:18:30: das heißt es geht nicht nur um austauschbare Naturberg-Seenkulisse mit kulturellen Highlights in Städten sondern sehr wohl auch um diesen ganz individuellen Charakter wo natürlich die Gastgeberinnen eine ganz große Rolle spielen.
00:18:46: Das heißt Gastfreundschaft aufzugreifen.
00:18:50: Und das natürlich Themen, die noch mal stärker sind.
00:18:53: und grundsätzlich was wir sehen von außen aber auch von ihnen motiviert mehr und mehr der Wandel zur ganz jahres Destination.
00:19:02: Das heißt weg von einem Sommersesionalität und Wintersesionalitäten wirklich zu einem Produkt dass es ganze Jahr überall spürbar und erlebbar ist.
00:19:12: mit verschiedenen Spitzen, mit verschiedenen Zielgruppen ist natürlich auch durchaus Klimawandel-Thematiken etc.
00:19:19: geschuldet, dass wir da einfach auch hier Resiliente aufgestellt sind.
00:19:22: aber ich glaube dieses ganze Jahresthema ist sicherlich einer der größten Veränderungen in dem wie Gäste auch Tourismus erleben.
00:19:30: Woran würde man denn in zehn Jahren erkennen das Nachhaltigkeit im österreichischen Tourismus tatsächlich verankert ist und nicht nur kommunikativ stattfindet?
00:19:40: Wenn ich zehn Jahre in die Zukunft schau wäre es Es ist wirklich passiert, wenn man sehen würde das Nachhaltigkeit nicht nur als Projekt oder kurzfristiges Thema angesehen wird, sondern wirklich ein Standard der sich etabliert hat.
00:19:51: Das heißt ganz gleich ob es um Investitionen geht, ob's darum geht wie ich auch mein Employer-Branding betreibe?
00:19:59: Wie ich Gäste anspreche?
00:20:00: Wie Ich Produkte entwickle?
00:20:02: Nachhaltigkeit ist Bestandteil all dieser Überlegungen und ich glaube wenn wir das erreicht haben dann sind wir in zehn Jahren einen riesen Riesenschritt weiter und das wäre auch meine Hoffnung.
00:20:13: Dann kommen wir zur letzten Frage Was wünschst du dir, dass Gäste wie Einheimische über Tourismus und Nachhaltigkeit besser verstehen als heute?
00:20:24: Ich glaube sowohl das Gäster also auch aus einheimischen Sicht wenn Tourismus nicht der Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird.
00:20:31: Wenn es nicht nur darum geht, wenn ich hier lebe dann ist es halt einfach das was mir Geld bringt und wenn ich wohin fahre da ist halt das was ich mir jetzt gönne und konsumiere sondern das ist einfach wirklich wieder das ins Zentrum rückt, was den Tourismus ausmacht und es ist auch der Dialog.
00:20:48: Das ist ein Zusammentreffen von Kulturen in einem wertschätzenden Umgang und dass diese Wertschätzung halt nicht nur beim Menschen aufhört sondern sehr wohl auch zu unseren Naturresourcen geht.
00:20:59: Anerkennung von dem was da ist anerkennungen von dem, was sich auch verändert Und ich glaube das wäre so mein größter Wunsch diese Wertebasis des Tourismus wieder da ist.
00:21:09: Und damit haben wir einfach auch Fragen der Tourismus-Akzeptanz, der Tourismusgesinnung in der Bevölkerung und dass ein Thema das ganz oft zur Sprache kommt – einfach viel, viel besser reguliert weil die Wertschätzung und die Anerkennung wieder da sind.
00:21:25: Die hört halt nicht bei Eurozeichen auf sondern geht meiner Meinung nach tiefer.
00:21:31: Vielen Dank für deine Einordnungen, deine spannenden Erzählungen zum Thema Tourismus in Österreich.
00:21:37: Sehr gerne!
00:21:38: Und jetzt kurz vor Schluss haben wir noch den Ökostrom AG.
00:21:40: Kurzschluss Wir stellen dir fünf kurze Fragen die du einfach spontan beantwortest.
00:21:46: Okay
00:21:47: Kaffee oder Spaziergang?
00:21:49: Spazieregang mit Kaffeesuppern?
00:21:51: das Wetter schön ist.
00:21:52: Zukunftsoptimistin oder Zukunftszweiflerin?
00:21:56: Absolut der Optimistin.
00:21:57: ansonsten macht man den Job nicht.
00:21:59: Chaos oder Ordnung
00:22:02: Ordnung, Ordnung.
00:22:03: Podcast oder Buch?
00:22:05: Kann ich in einem Podcast sagen, dass ich lieber der Buchmensch bin?
00:22:08: Tatsächlich ist es nämlich so.
00:22:10: Also ich höre gerne Podcasts aber ein Leben ohne Bücher keine Chance.
00:22:14: Leise denken oder laut diskutieren?
00:22:17: Sowohl als auch!
00:22:18: Ich finde auch laut denken tatsächlich schön und diskutieren mit ihnen halt muss nicht immer laut sein sondern kann auch leise sein.
00:22:25: Aber laut denken finde ich tatsächlich auch eine schöne Kombination.
00:22:29: Die Antwort hatten wir noch nie.
00:22:32: Danke dir, dass du heute bei Geladen warst und danke euch fürs dabei sein, fürs zuhören.
00:22:38: Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst uns gerne ein Abo da und schickt die Folge weiter an jemanden der sie auch hören soll!
00:22:45: Bis zum nächsten Mal bei geladen – der Ökostromage Podcast denn hier kommt die Zukunft zu Wort.
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